Archiv für das Themengebiet 'Kunst'

Dior Homme – “Can I Make The Music Fly?” – Tzigane

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, Mode, geschrieben am 3. Januar 2013 von Christina

Wieder ohne Worte: der Clip spricht für sich…

Tod, wo ist Dein Stachel?

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 9. Dezember 2012 von Ingo

“Tod, wo ist Dein Stachel? Hölle, wo ist Dein Sieg?”, heisst es in einer Chorzeile des Deutschen Requiems von Johannes Brahms. Entnommen aus der Bibelstelle im Ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15,55. Und mit Hilfe einer ähnlichen Climax, bei der man in Haydn’s Symphonie Nr. 94 G-Dur auf den prominent platzierten Paukenschlag wartet, so sticht hier Julia Bartolome in der Rolle des todbringenden Mephistopheles ihren Faust ganz plastisch mit spitzem Finger – unterlegt mit einem gewaltigen Staccato der Staatsphilharmonie Nürnberg – in die Handfläche. Jener Figur, die nicht zuletzt seit Goethe für menschliche Hybris steht: Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Gleich nebenan wird Margarete in den Theaterhimmel gezogen. Zusammen mit einer Abspaltung der Figur des Faust, die Montero nach der Textlektüre in seinen Ballettabend intergiert hat – den “Meister”, eine ständig stotternd staksende Variante des Faust, die in ihre DNA zerstückelt scheint. Wirr, ungelenk und hoffnungslos überfordert.

Grosses Handlungsballett 

Choreograph Goyo Montero hat für das Staatstheater Ballett Nürnberg nach seiner “Don Juan”-Inszenierung mit der gestrigen Uraufführung seines “Faust” abermals ein grosses Handlungsballett dem Publikum vorgestellt. Doch bereits wenige Minuten nach Beendigung der Darbietung wurden über den Sender Deutschlandradio Kultur im Sendeformat “Fazit” schon stimmen laut, die Montero’s “Faust” nicht mehr an die überraschend neuartige Wirkung eines “Don Juan” auf der Ballettbühne anknüpfen sahen. Langatmig und zum Einschlafen sei der erste Teil gewesen, so kommentierte die Ballettkritikerin ihr Balletterlebnis über den Äther. Alle Zutaten für ein grosses Handlungsballett habe Montero zwar berücksichtigt, doch sei die schiere Präsenz der den Urtext von Goethe rezitierenden Schauspielerin Julia Bartolome derart stark und intensiv, dass der Zuschauer die Sehnsucht nicht mehr loswerde, Bartolome möge niemals mehr die Bühne verlassen.

Darunter leiden nicht zuletzt die meiner Ansicht nach wundervollen Ensembleszenen, die in ihrer Synchronität ihresgleichen suchen. Wie mit einem lebenden aus zahlreichen Einzelkörpern bestehenden Gewebe arbeitet Goyo Montero verschiedenste Zustände und Eindrücke ab: Klassische Symmetrie und elegische Ruhe wie bei der wundervoll in Esther-Williams-Anmutung dargebrachten Ballszene, aber auch aufbrausende Wogen und Wellenspiel aus Gliedmassen und Torsi, die in Dunkel, Rauch und Licht vor überdimensionalen Stoffbahnen hin- und hergeworfen werden wie Tang in aufbrausender Gischt und hoher See.

Steampunk-Kreaturen 

Dieses rein körperliche Element benutzt er auch, wenn er seine drei Teufel das Heer der höllischen Kreaturen dirigieren lässt. Mit einem Teufel namens Asasello an der Spitze, der durch seine schiere schlaksige Grösse, einen drei Kopf hohen Zylinder, Brille und feingliedrigen Armen sowie Fingern an Friedrich Wilhelm Murnau’s Nosferatu aus jenem bekannten Kinofilm von 1922 erinnert, der durch die Silhouette der Figur weltbekannt geworden ist. Voland, der Zweite der drei Teufel, scheint an Luzifer angelehnt, denn er gleicht einem flügellahmen Vogel. Popota, die dritte im Bunde, ist als wahnsinnig krächzend-kicherndes Kätzchen angelegt. Zusammen gleichen sie – nicht zuletzt durch die Steampunk-Anmutung, die ihr der Karibik-Insulaner Angelo Alberto als Kostüme auf den Leib geschneidert hat – einem teuflischen Katzenjammer, wenn sie erst einmal gemeinsam intonieren.

Ein Kontrapunkt zu all der Düsternis liegt in der Figur der Margarete, die entgegen sonst aller dunkel eingefärbten Kostüme in floralem Sonnenblumen-Gelb auftritt. Ganz zuanfangs entdeckt man sie noch als Silhouette in weichem Licht hinter einer Stoffbahn, was Montero als die Verkörperung der Inspiration einer Muse verstanden haben will, die man töte, sobald man sie liebe. Grazil federleicht schwebend sehen wir sie dann später gleich in zwei Szenen wieder: Zusammen mit ihrem männlichen Antagonisten ganz körperbewusst und vital sowie zuletzt völlig leblos alle Glieder schlaff nach unten hängend gen Himmel fliegend. Ein schönes Bild jedes mal.

Verlust der Einzigartigkeit 

Nach dem Radiobeitrag von Deutschlandradio Kultur gestern vor Mitternacht reflektierte ich noch einmal ob und was der Choreograph Montero hätte anders machen sollen. So waren die Überraschungen, die ich persönlich erstmals in einem grossen Ballettabend für mich in “Don Juan” entdeckte, alleine durch ihre Wiederholung in seinem aktuellen “Faust” keine solchen mehr. Ob es die als Herold, Moderatorin oder gar auch in Conferencier-Laune rezitierende Schauspielerin Julia Bartolome ist, die Tatsache dass Tänzer sich gegenseitig mit Taschenlampen direkt auf der Bühne ins rechte Licht rücken oder vom Schnitt her verblüffend ähnliche Kostüme beim Corps de ballett – Montero’s “Faust” reicht an die Wirkung seines “Don Juan” nicht heran. Auch wenn man all dies weniger als Wiederholungen sondern schlichtweg als wiederkehrende Stilmittel begreift, mit denen Montero inzwischen gerne arbeitet: Der Verlust an Einzigartigkeit wiegt schwerer.

Die Heldenreise des Choreographen Goyo Montero 

Am Ende sind es zu viele recherchierte Texte, Ideen und Versatzstücke, die Montero in seiner Inszenierung abzuhandeln versucht. Sein – unterstellen wir ihm diesen – Anspruch darauf, ein Gesamtkunstwerk mit seinen Choreographien schaffen zu wollen, scheitert letztlich. Wo ein Richard Wagner oder ein Walt Disney professionelles Storytelling betreiben, entbehrt Montero’s Arbeit jener simplen archetypischen Erzählstruktur, auf deren Basis klar herausgearbeitete Archetypen die Dramaturgie einer Handlung bestimmen, und den Zuschauer auf eine Reise nehmen, die in sinnvoller Selbstreflexion enden kann. Doch weniger ist oft mehr und das Einfache ist per se nicht einfältig.

Im Nürnberger Opernhaus bleiben am 8. Dezember 2012 zu viele solcher Fragen offen, zu viele Möglichkeiten und Ansätze denkbar. Ich aber werde wiederkommen, weil er – wie er in der Vergangenheit bereits bewiesen hat – auf der Ballettbühne schönste theatrale Bilder schaffen kann, die an Operninszenierungen heranreichen, und dessen Ensemble wie Solotänzer auf den Punkt perfekt trainierte Ballettarbeit abliefern. Inklusive eines symphonischen Klangkörpers, der zusammen mit der aus Sibirien stammenden und in den USA zu Weltruhm hin ausgebildeten Pianistin und Komponistin Lera Auerbach sowie einigen Orchestersolisten Grossartiges und bisher nie Gehörtes sprichwörtlich direkt auf die Bühne gebracht hat. Sie wurden Teil des Geschehens. Das alles ist wundervoll. Weil es um der Kunst willen geschieht.

Fotos: © Jesús Vallinas für das Staatstheater Nürnberg Ballett, 2012

Ballettgeschichten

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 1. Dezember 2012 von Ingo

 

Rückblick

Es begann alles mit einer Einladung des Balletts Nürnberg, mir das Tanzstück “A sort of… Bolero” und etwas später auch “Don Juan” anzusehen. All die Jahre zuvor hatte ich regelmässig das Vergnügen, den Ballettabenden der Stuttgarter Compagnie beizuwohnen, und von daher fand ich es schön, nun auch diesen Vergleich zu haben. Kurz gesagt: Beide Aufführungen waren wundervoll. Nicht nur, dass hier nicht versucht wurde, sich modernem Tanztheater anzunähern (Ich “liebe” klassisches Ballett.) sondern es waren gleich mehrere Dinge, die mich faszinierten und für die Nürnberger Compagnie begeisterten: Neben der reinen Ballett-Technik zum Beispiel das Vorkommen von Schauspielern im Rahmen eines Ballettabends, aber auch die motivlich beim Bühnenbild sehr eingängigen und immens starken Bilder, die an grosse Oper, Guckkasten-Theater oder an Dioramen im sequentiellen Stil eines Storyboards erinnern. Das alles bringt Choreograph Montero auf das Vorzüglichste auf jenen Brettern zusammen, die vielen die Welt bedeuten. Und er erschafft eine kleine damit. Ich werde wiederkommen.

Einblick  

Am Samstag, 8. Dezember 2012 wird das Ballett Nürnberg ein von Choreograph Goyo Montero inszeniertes Tanzstück zu Johann Wolfgang von Goethe’s Universaldrama “Faust” uraufführen.

Wer Goyo Montero’s Arbeiten kennt, erkennt schnell einen Zusammenhang zwischen diesem und einem seiner letzten Tanzstücke: “Faust” und “Don Juan” thematisieren beide zwei grosse Figuren der Weltliteratur. Und Montero inszeniert sie als rastlos suchende wie ebenso kühne Rebellen. Die Literatur als Stoff für seine Ballettgeschichten hat er dieses Mal in vier Texten gefunden: In Goethe’s Original wie im Werk eines Thomas Mann (“Doktor Faustus”), eines Michail Bulgakow (“Der Meister und Margarita”) und nicht zuletzt im Werk William Blake’s.

Eine Besonderheit ist diesbezüglich ganz sicher, dass die in den USA lebende russische Komponistin Lera Auerbach die Ballettmusik dafür geschrieben hat. Sie wird die ersten sechs Aufführungen auch selbst am Klavier begleiten. Von der Ballettwelt entdeckt wurde Auerbach nicht zuletzt durch ihre kompositorische Arbeit für “Die kleine Meerjungfrau” von John Neumeier, ihre Uraufführungen als Composer-in-residence an der Semperoper Dresden, und für ihre Oper “Gogol” am Theater an der Wien, die von den Fachmedien als eine der wichtigsten Uraufführungen der Saison gefeiert wurde.

Ausblick 

Das Tanzstück Faust feiert seine Premiere am 8. Dezember 2012 um 19.30 Uhr im Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg am Richard-Wagner-Platz 2-10. Danach schliesst sich eine Premierenparty an. Weitere Vorstellungstermine sind: Sonntag, 16.12.2012, 15:30 Uhr; Montag, 17.12.2012, 20:00 Uhr; Samstag, 22.12.2012, 19:30 Uhr; Dienstag, 25.12.2012, 18:00 Uhr; Freitag, 28.12.2012, 20:00 Uhr; Weitere Termine werden im Januar und im Februar 2013 stattfinden.

Fotocollage: Ingo H. Klett

Dionne Warwick singt in THE SQUAIRE

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 2. November 2012 von Ingo

Wer Weltstar Dionne Warwick’s bekannte Klassiker “That‘s What Friends Are For” und “Heartbreaker“ hierzulande live in weihnachtlicher Atmosphäre erleben will, hat in einer der grössten Eventlocation Deutschlands – THE SQUAIRE am Frankfurter Flughafen – am 4. Dezember 2012 die Möglichkeit dazu:

Im Rahmen eines „Christmas Tree Lighting“, das von den Machern als Auftakt zur festlichen Weihnachtszeit in THE SQUAIRE jährlich mit einem Weltstar begangen wird, tritt die Grande Dame bei einem exklusiven Weihnachtskonzert mit Galadinner auf.

Noch ein Highlight: Der 20 Meter hohe Weihnachtsbaum wird mit 100.000 Lichtern geschmückt sein – das sind mehr als dreimal so viele wie der weltberühmte Baum vor dem Rockefeller Center in New York trägt. Dieser kann bis zum 5. Januar in den öffentlichen Atrien im Westteil von THE SQUAIRE bewundert werden.

Foto: THE SQUAIRE Events / Agentur Welldone, 2012

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 7. Oktober 2012 von Ingo

In der Johannes Offenbarung, die auch in der Verfilmung des Untergangs der Titanic von James Cameron Verwendung findet, heisst es in Kapitel 21: “Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr.”

Nun hat die mit Burlesque-Motiven und -Zeichenkursen bekannt gewordene New Yorker Kunstmalerin Molly Crabapple Plakatmotive als sogenannte Freebies zur weltweiten Occupy- und Pussy riot-Bewegung auf ihre Homepage gestellt, die von Jedermann gemäss den Creative Commons-Richtlinien gleichsam als gesellschaftspolitisches Statement verbreitet werden dürfen.

Zirkuswelt

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 7. Oktober 2012 von Ingo

Zirkusluft schnuppern kann jeder kleine oder grosse Bastelfreund mit dem Stempelset “Zirkuswelt” von RICO DESIGN. Entdeckt habe ich das praktische Set – bestehend aus 15 kleinen Holzstempeln und einem Tintenschwämmchen bei idee. Stuttgart in der Kronenstrasse 4 gleich zwischen Hauptbahnhof und Königstrasse.

Wie schön, dass es unter den hübsch gestalteten Holzstempel-Motiven nicht zuletzt auch eine kleine…

…Zirkusprinzessin gibt.

Nulli und Priesmut

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 7. Oktober 2012 von Ingo

Was man bei Überlandfahrten nicht alles entdeckt: In diesem Fall zwei knuffige Gesellen, die mich irgendwo zwischen Bayern und Schwaben von einem Infoflyer beim Bäcker anlächelten. Wie sollte ich dem auch widerstehen können – also nahm ich die beiden mit. Darüber wollte ich gerne schreiben.

Nach etwas Recherche im Internet weiss ich: Ab Oktober 2012 hat das Topolino Figurentheater um Andreas Blersch aus Neu-Ulm / Pfuhl die beiden lustigen Charaktere Nulli und Priesmut auf dem Spielplan.

Bekannt geworden als Figuren der Geschichte “Angsthase! Pfeffernase!” von Matthias Sodtke, die im Lappan Verlag erschienen ist, hat das im Verband Deutscher Puppentheater e.V. und im Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V. beheimatete Figurentheater nun eben diese zum Leben auf einer Bühne erweckt.

 

Pop-up this book!

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 22. September 2012 von Ingo

In letzter Zeit lese ich immer wieder von Pop-Ups als Phänomen. Zuerst begegnete mir dieser Begriff bei einem nur temporär existenten Hotel in der Südsee, danach fiel mir ein, dass es ja auch Kinderbücher mit dieser Bezeichnung gibt, die einem Leser ganze Szenen aufklappbar präsentieren.

Schlag’s auf!

Was lässt sich nicht alles aufstellen oder aufschlagen: Ein Nachtlager, ein Zelt oder zuweilen auch ein gutes Buch wie dieses, das ich hier vorstelle. Darin widmet sich Autorin Lidewij Edelkoort – der ich bereits vor Jahren einmal in den Niederlanden einem Vortrag über Designtrends lauschen durfte - dem “Design zwischen den Dimensionen”.

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Staatsgalerie Stuttgart: Musikalische Erstaufführung

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 22. September 2012 von Ingo

Mezzosopranistin Sabine Lutzenberger wird am am kommenden Dienstag, 25. September 2012 um 20:00 Uhr in den Räumen der Staatsgalerie Stuttgart erstmals das Stück “Schrift” vortragen, das ihr der österreichische Komponist Bernhard Lang 2011 widmete.

Begleitet wird sie dabei von Wolfram Oettl am Klavier zu Werken von John Cage, Mesomedes, David Lang, Hildegard von Bingen, Wolfgang Rihm, Bernhard Lang (UA) und eigenen Improvisationen.

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Christian Ulmen: Bella Italia!

Ein Beitrag zum Themengebiet Alle Meldungen, Kunst, geschrieben am 30. Juni 2012 von Ingo

Vom 7. Juli bis zum 2. September 2012 findet die italienische Lebensart ihren Weg in die Automobildestination des Volkswagen-Konzerns an seinem Stammsitz in Wolfsburg – die Autostadt.

Schauspieler Christian Ulmen liest im Rahmen dieser Sommerinszenierung “Bella Italia” in der Autostadt in Wolfsburg aus dem Roman “Maria, ihm schmeckt’s nicht”.

Foto: René Staud für die Autostadt in Wolfsburg